Der Schiverein Riefensberg 1929

In der Versammlung am 1. Jänner 1929 im Gasthaus Adler wurde der Beschluss gefasst, den Ski-Klub Riefensberg zu gründen. Als Funktionäre wurden damals gewählt: Hans Peter Willi, Kojen als Obmann, Obm. Stellvertreter Gebhard Dorn (Sattler) Dorf, Schriftführer und Kassier Jakob Fink, Stapfen und als Beiräte Josef Schneider, Vorsteher(Bürgermeister), Armin Schmid, Riebinger und Hugo Maurer, Eggling.


 

Der Verein hatte damals 25 aktive und 19 unterstützende Mitglieder- insgesamt also 44. Im ersten Jahr wurden zwei Schirennen (22 Teilnehmer) und ein Rodelrennen (54 Rodler) veranstaltet. Im zweiten Vereinsjahr sank die Mitgliederzahl auf 30 und auch am Schirennen nahmen nur noch 19 Fahrer teil.

 

 

1932 traten nur noch 14 Personen beim Schirennen an, dafür war bei den Rodlern ein Zuwachs auf 66 Starter zu verzeichnen. Im Kassabuch ist auch die Bezahlung von Startgeld für Rennen in Hittisau und Krumbach verzeichnet.

 

Im Jahre 1937 wurde mit Irma Willi, Kojen, erstmals eine aktive Schiläuferin als Mitglied aufgenommen. Während der Kriegsjahre war natürlich auch beim Schiverein an kein geregeltes Vereinsleben zu denken.

 

Als dann 1946 der Verein wieder seine Aktivitäten fortsetzen wollte,  machte der Protokollführer folgenden Eintrag im Protokoll: „ Da gerade die Gesangsprobe vom Kirchenchor aus war und die Sängerinnen heimgingen, lief ein Großteil von der Versammlung ihnen nach und die Versammlung musste geschlossen werden.“

 

(Originaltext aus dem Protokoll)

Recht viel nahm man sich für 1949 vor. Damals waren laut Programmvorschau ein Rodelrennen, ein Vereinswettlauf, ein vereinsoffener Abfahrtslauf und auch ein Sackhüpfen geplant. 1952 wurde von der Vollversammlung folgendes beschlossen: „Wenn die Vereinsleitung den Schiklub gut zusammenhält, darf sie nicht ohne triftigen Grund abdanken.“     

 

Besonders hart traf es den Verein und dessen Funktionäre als im Februar 1954 beim Training für den Kojenabfahrtslauf Fritz Dür aus Sibratsgfäll so schwer verletzt wurde, dass er zwei Tage später an seinen Verletzungen starb. Dür hatte  vor der Walddurchfahrt zwischen „Schneagglesberg“ und „Mathieses Spitz“ zwei Pflichttore selber so versetzt, dass man fast in gerader Linie durchfahren konnte. Aufgrund der nun höheren Geschwindigkeit hob ihn  eine kleine Bodenwelle aus und er flog gegen ein Tännchen. Da die Rennläufer 1954 noch nicht mit einem Sturzhelm ausgerüstet waren, zog er sich dabei schwerste Kopfverletzungen zu.

 

Dieser Vorfall wirkte sich auf die Vereinstätigkeit, in den kommenden Jahre negativ aus. 1956 kamen z.B. nur 9 Mitglieder zur Jahreshauptversammlung. Darunter war anscheinend kein aktiver Rennläufer. Im Protokoll ist dazu vermerkt: „In  Anbetracht der Lage wurde mit sieben gegen zwei Stimmen der Beschluss gefasst, den Verein ein Jahr lang still zu legen. Wenn nach einem Jahr  keine Besserung festzustellen ist, wolle man mit den anwesenden Mitgliedern dann zum Schifliegen nach Oberstdorf fahren, die 450,-- S Guthaben auf dem Sparbuch verbrauchen und den Verein auflösen.“

 

Der Schiverein Riefensberg ging nicht unter und die Aktivitäten nahmen in den 60-er Jahren deutlich zu. Man wurde Mitglied des neu gegründeten SC Bregenzerwald. Die Nachwuchsförderung wurde verstärkt und es gab  in unserem Verein immer mehr gute Schifahrer aller Altersklassen. Dazu trug auch bei, das 1962 auf Hochlitten der erste Schilift im Vorderwald eröffnet wurde und 1968 der Kojenlift an unserer ehemals traditionellen Rennstrecke am Kojenhang. Schon 1964 wurde hier der 1. Kojen-RTL durchgeführt. Dieses Rennen wurde bis 1986 insgesamt 16x veranstaltet  und war besonders auch in der deutschen Nachbarschaft sehr beliebt. Als weitere wichtige Alpinrennen wurden bis zum Jahre 2005 z.B. auch 6x der Hochlittenlauf, 11 Landesmeisterschaften bzw. Senioren- und Schülercuprennen, 5 Wälder Meisterschaften, 5x 2 Schülercuprennen (davon 2  Rennen in Warth veranstaltet- Schneemangel im Bregenzerwald) und 8 Vorderwälder Vergleichskämpfe durchgeführt.

 

 

Als dann Ende der 70er Jahre der Langlaufsport immer beliebter wurde, waren in dieser Sportart Mitglieder des SV Riefensberg in den Ergebnislisten bald vorne  mit dabei. Auch als Veranstalter taten wir uns da hervor, wie die gute Beteiligung von auswärtigen Läufern bei 7 Weißach- Langläufen, 5 Raiffeisen- Nachtlangläufen, 3 Schindele- LL Cuprennen und 2 Kleeblatt-Nachtsprints bezeugen. Den Starterrekord hatte der 6. Weißach- LL im Jahre 1988, der wegen Schneemangels in der Gegend „Gschlötter- Hochwies“ ausgetragen wurde. Damals gingen 226 Läuferinnen und Läufer an den Start.   

 

Als dann um das Jahr 2000 der Snowboardsport immer mehr Anhänger gewann, waren bald auch Mitglieder des SV Riefensberg unter den Ergebnislisten der betreffenden Rennen zu finden. Auch von unserem Verein wurden einige Landes-Cuprennen organisiert. Besonders gut kam das von den Snowboardern erdachte 

 

„Riefensberger Waterslide“ an, welches einige Male am Hang unterhalb der Schule ausgetragen wurde. Zu dieser Veranstaltung kamen einst um die 1.000 Zuschauer. Diese sahen begeistert zu, wie erfolgreich die mutigen Starter mit ihrem fahrbaren Untersatz das Wasserbecken durchquerten, bzw. wie bald sie dabei „baden“ gingen.

 

Nicht ohne einen gewissen Stolz kann der SV Riefensberg darauf verweisen, dass viele seiner Mitglieder in der Zeit seines Bestehens recht erfolgreich den Schisport betrieben haben. Dazu hat sicher auch die Förderung des Nachwuchses durch den SV einen Teil beigetragen. Viele unserer jungen Wintersportler schafften es mit guten Leistungen in den Bregenzerwald-, den VVS- und einige sogar in einen der verschiedenen ÖSV-Kader.

 

Seit der Gründung wurde der SV Riefensberg von folgenden Obmännern geführt:

Hans Peter Willi, Kojen (1929/30), Gebhard Dorn, Sattler  (30/31 u. 31/32), Josef Berkmann, Dorf (32/33), Fritz Mitterer, Zollwachebeamter (33/34), Anton Dorn, Bach (34/35 u. 35/36), Josef Mennel, Vögen (36/37), Anton Berkmann, Dorf (37/38), Konrad Dorn, Dorf (bis Dez. 1946), Peter Fink, Unterdorf (46 bis 48), Georg Bickl, Vögen (48/49), Konrad Demarki, Meierhof (49 bis 51), Armin Hörburger, Unterlitten (51/52), August Demarki, Meierhof (52 bis 54), Leopold Willi, Unterdorf (54 bis 57), Kunibert Matt, Gaden (57/58), Anton Dorn, Dorf 46 (58/59), Josef Berkmann, Vögen (59/60 u. 60/61), Anton Schmelzenbach, Dorf (1961 bis 2005), Ludwig Feuerstein, Unterdorf (ab 2005 )  

Bericht: Anton Schmelzenbach

 

 

 

 

 

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